13.02.2012
Gespräch mit einem Drehbuchautor
Am 26.01.2013 erwartete hoher Besuch die Schülerinnen und Schüler der 13. und 11. Klassen.
Zu Gast waren Frau Hilliger, Referentin von Frau U. Poppe (von der Behörde zur Aufarbeitung des DDR- Unrechts) und Herr Dr. Kolditz, Drehbuchautor mehrerer ,,Tatort“- Folgen und des Spielfilms ,,An die Grenze“. Beide standen uns zur freien Diskussion zur Verfügung.
Im Rahmen des Geschichtsunterrichts hatten wir vorab gemeinsam den Film ,,An die Grenze“ gesehen.
Der Film erzählt die Geschichte des jungen Grenzsoldaten ,,Karo“, welcher seinen Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee antritt.
Der Film beruht zum Teil auf den Erfahrungen und autobiografischen Erlebnissen des Herrn Stefan Kolditz. Denn auch er leistete ab 1974/75 seinen Wehrdienst bei den Grenztruppen der DDR in Eishausen (Südthüringen). In der Nähe erfolgte auch der Doppelmord an zwei Grenzsoldaten.
Die Schülerinnen und Schüler hatten anschließend die einmalige Möglichkeit, mit beiden zu diskutieren, sich auszutauschen und oder einfach nur den interessanten Erzählungen des Herrn Kolditz zu folgen.
Um das Eis zu brechen, begann die Diskussionsrunde mit einem Quiz über die deutsch-deutsche Teilung, bei welchem wir uns sehr gut schlugen. Was nicht zuletzt auch an unseren ausgezeichneten Vorkenntnissen lag.
Danach konnten wir Fragen bezüglich des Films und des interessanten Lebens von Herrn Dr. Kolditz stellen. Er, sowie auch Frau Hilliger standen uns Rede und Antwort.
Es war für alle Anwesenden eine tolle Erfahrung und ein unvergessliches Erlebnis.
Uns Schülern ergab sich die Möglichkeit der Befragung eines echten Zeitzeugens und gleichzeitig Drehbuchautors. Endlich einmal mussten wir uns nicht mit Hilfe von Büchern unser Wissen aneignen. Nein, wir ließen Herrn Kolditz erzählen und hörten gespannt zu. Über seine Einstellung zum Leben in der DDR, darüber, wie er sich mit dem damaligen politischen System zu arrangieren versuchte, bishin zu seiner Auffassung den Wehrdienst betreffend. Auch Fragen zum Film stellten wir. Zum Beispiel, warum das Ende gerade in dieser Art und Weise dargestellt wurde. Aber auch die Frage, ob die Figur des Soldaten ,,Karo“ gleichzusetzen ist mit der Person des Herrn Kolditz. Es gab kein Tabu-Thema, uns standen alle Fragen offen.
Die wohl bedeutendste Aussage vorn Herrn Dr. Kolditz war die, in welcher er uns Schüler dazu aufrief unsere eigene Meinung zu bilden und Sachverhalte immer zu hinterfragen. Wir sollen beginnen, eigenständig zu denken und dieses Denken auch in unsere Meinungsbildung mit einfließen lassen.
Damit traf er bei Herrn Neidnicht auch sofort ins Schwarze. Denn auch er bläut uns dies schon seit vielen Jahren immer wieder ein. Mit Erfolg, so will ich meinen.
Die Resonanz auf Seiten der Schüler sowie auch auf Seiten der Lehrerschaft und unserer zwei Gäste war enorm. Im Anschluss hätten alle Beteiligten gern noch länger zusammen sitzen wollen.
Im Namen der Schülerschaft bleibt mir letzten Endes nur noch zu sagen, dass wir uns freuen würden, wenn wir öfter mal die Chance bekämen, Unterricht in dieser Form zu haben. Denn genau das ist es, was uns die Thematik oft näher bringt und somit auch das nötige Verständnis dafür entwickelt.
Ein großer Dank gilt daher Frau Hilliger, welche es Herrn Neidnicht ermöglichte, Kontakt zu Herrn Dr. Kolditz herzustellen. Des Weiteren danken wir der ,,Poppe- Behörde“ für die Übernahmen sämtlicher Kosten und Herrn Kolditz für seine Anwesenheit.
Wer nun neugierig auf den Film ,,An die Grenze“ geworden ist, sollte ihn sich unbedingt ansehen. Es ist ein spannender und zu gleich zu großen Teilen authentischer Film.
Vivien Fenske, 13. Klasse



