23.06.2011
„Frau Müller muss weg“ oder Eltern passen die Lehrer ihrer Kinder nicht!
Diese von der Elternsprecherin der Klasse 6b einer x-beliebigen Grundschule irgendwo in Deutschland vorgetragene Forderung beinhaltet den thematischen Zündstoff der Theateraufführung „Frau Müller muss weg“.
Diese besuchten die Lehrerinnen der Abteilung 2 des OSZ Cottbus am 25. Mai 2011. Schon der Titel des Stückes ließ erahnen, was thematisiert werden würde. Fraglich blieb das Wie. Entsprechend neugierig, aber auch angespannt verfolgten wir den Verlauf des Stückes. Nicht selten huschte ein Lächeln - „kenne ich, solch´ eine oder ähnliche Situationen durfte ich auch schon erleben, typisch Eltern…“- über das eine oder andere Gesicht. Schließlich traf der im Theaterstück verarbeitete Kern: Gesellschaftskritik, Kritik am Lehrerbild – vormittags recht, nachmittags frei; Kritik an der einfachsten Problemlösungsstrategie – Schuld sind immer die anderen; Kritik an der vorschnellen Weitergabe von Verantwortung – warum löst Schule dieses oder jenes Problem nicht (für mich); Kritik am Umgang mit Eltern – wer steht ihnen zur Seite bei Problemen, die es ja eigentlich nicht gibt. Eltern haben Verantwortung und alle Anforderungen, die Gesellschaft, Arbeit, Kinder… an sie stellen zu meistern – ohne zu klagen. Bleibt noch die Kritik am Bildungswesen – was nutzen Ergebnisse verschiedener Studien und das Wissen über bessere Schulsysteme, wenn diese nicht oder nur ansatzweise umgesetzt werden können.
Gesprächsstoff und Diskussionsbedarf gab es im Anschluss genug. Auch die Frage nach der Bedeutung der Kinder - im Stück verkörpert als ein von außen beobachtendes, anonymes Kind, das mehr Objekt als Subjekt ist – wird gestellt. Sie sind vorhanden, Einfluss haben sie keinen. Sie werden auch nicht gefragt.
Insgesamt – so das einstimmige Votum aller Lehrerinnen – ein lohnenswertes Stück, für alle nicht nur an Schule Beteiligten.



